AMBIENT CONCERT RELEASE

Before heading out to France for another chapter in his life, DIRK SERRIES played one more concert at this beautiful chapel in Belgium. The Oude Klooster chapel in Brecht has been the stage for many of his activities. With A NEW WAVE OF JAZZ the chapel transformed to a recording space for several albums and a concert space for some ad-hoc improvisations while MARTINA VERHOEVEN organised her well-received DEEP LISTENINGS concerts. On October 16th, 2025 at a sold-out chapel, Belgian Dirk Serries (acclaimed for his work as vidnaObmana) sculpted a melancholic deep ambient atmosphere with just one electric guitar and a handful outboard effects. Fully in vein of his renowned STREAMS OF CONSCIOUSNESS series, this concert is now available as a digital-only release.

KRAUTNICK REVIEW :
Dieses Album markiert einen besonderen biografischen Punkt im Leben des vielsaitigen Gitarristen Dirk Serries: „Live Oude Klooster Chapel 2025“ war am 16. Oktober das letzte Konzert des Antwerpeners, bevor er ins Nachbarland Frankreich umsiedelte. Ausgestattet mit seiner E-Gitarre und Effektgeräten, machte er sich den ihm bereits mehrfach vertrauten Hallraum der Klosterkapelle in Brecht zunutze und ließ die Töne eine Stunde lang frei schweben. Man darf gespannt sein: Wie setzt er seinen künstlerischen Weg in der meeresfernen Fremde fort?

Stille leitet diesen Livemitschnitt ein. Es dauert, bis sich überhaupt Töne erheben. Serries lässt sich und uns Zeit, sich daran zu gewöhnen, dass in dieser Stille Leben existiert, dass es sich behutsam und zögerlich erhebt, woher auch immer, möglicherweise aus dem Staub, der sich in Jahrhunderten in der Kapelle angesammelt hat, und dann raumgreifend über die Hörerschaft legt, um sie herum einen transparenten neuen Raum im Raum bildet, in sie dringt. Von irgendwoher, eher oben vermutlich, schickt die Sonne einige Strahlen ins Gemäuer, und diese Strahlen erhellen den Ton, der vom organisch mäandernden Staub ausgeht, heben ihn an, senken ihn ab, folgen der Bewegung des ätherischen Korpus, konterkarieren diese, lassen der Kapellenatmosphäre wieder die Gelegenheit, sich zu beruhigen, und heben erneut an, werden beinahe melodisch, bleiben auf jeden Fall harmonisch. Stille leitet diesen Mitschnitt nach einer Stunde auch wieder aus.

Serries‘ Gitarre klingt mal wieder gar nicht nach Gitarre. Die Töne stehen für sich, langanhaltend, unendlich, chimärenhaft, sogar vielgeteilt, mit mehreren Tönen nebeneinander, umeinander. Der Geist sucht Vertrautes, und so meint man bisweilen, eine Orgel wahrzunehmen, aber das kann auch daran liegen, dass man sich in einer Kapelle wähnt. Manchmal erinnern die Sounds auch an Ambient aus Synthesizern, da muss man sich dann kurz bewusst machen, dass da in Wahrheit ein Mann mit seiner E-Gitarre in der Kapelle sitzt. Da wäre man gern dabei gewesen, irgendwo in den Bänken, und hätte dieser Musik beim Entstehen zugesehen.

Und nun lebt der Antwerpener Experimental-Tausendsassa also in der Region Bourgogne-Franche-Comté, einer Gegend, so groß wie nebenan die ganze Schweiz. Zumindest erklärt es, warum es dieser Tage so wenige Veröffentlichungen des Vielbeschäftigten gibt: So ein Umzug bindet Energien. Wie er die wohl künftig entfesseln wird?

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